Sex im Fitnessstudio – nach Ladenschluss an der Hantelbank
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Die Stange lag zehn Zentimeter über meiner Brust, meine Arme zitterten, und der Mann, der hinter meinem Kopf stand, flüsterte: „Du schaffst das. Ich fass sie erst an, wenn du mich drum bittest.“
Ich bat ihn nicht. Ich drückte. Ich drückte mit allem, was ich hatte, mit dem Atem, den Zähnen, den Fersen im Boden, und die Stange stieg Zentimeter um Zentimeter, bis meine Ellbogen einrasteten und Tarek sie mit einem Lachen in die Ablage führte.
„Sechzig Kilo“, sagte er. „Neue Bestleistung, Miriam.“
Ich blieb auf der Bank liegen und schnappte nach Luft. Über mir sein Gesicht, auf dem Kopf stehend, die dunklen Augen, der kurze, sauber gestutzte Bart mit den ersten grauen Fäden darin. Er hielt mir die Hand hin. Ich nahm sie nicht sofort.
Ich bin Miriam, 34 Jahre alt, Tontechnikerin für Hörbücher, was bedeutet, dass ich den ganzen Tag in einer schallisolierten Kabine sitze und anderen Leuten beim Vorlesen zuhöre. Vor anderthalb Jahren hat mir eine Orthopädin gesagt, dass mein Rücken mit vierzig aussehen wird wie der einer Achtzigjährigen, wenn ich nicht endlich Muskeln aufbaue. Also habe ich mich in dem kleinsten, hässlichsten Studio angemeldet, das ich in Köln-Ehrenfeld finden konnte. Kein Spa, keine Smoothie-Bar, keine Spiegel mit Influencerlicht. Nur ein ehemaliger Getränkemarkt mit Gummiboden, sechs Kniebeugenständern, einem Boxsack und Kreidestaub in der Luft.
Und Tarek.
Er war 39, hatte früher Gewichtheben auf Bundesliganiveau gemacht und das Studio vor fünf Jahren mit einem Kredit und, wie er sagte, „zu viel Optimismus“ aufgemacht. Er stand fast jeden Abend selbst hinter dem Tresen, ein großer, breiter Mann in ausgewaschenen Shirts, der sich bewegte, als hätte er nie in seinem Leben etwas Schweres getragen, obwohl ich ihn einmal mit zweihundertzwanzig Kilo Kniebeugen machen sah. Er korrigierte meine Haltung mit zwei Fingern an der Hüfte und einem halben Satz. Er merkte sich jede meiner Bestleistungen. Und er sah mich an, wenn er dachte, ich bemerke es nicht.
Ich bemerkte es. Ich bemerkte alles. Ich verdiene mein Geld damit, Atemgeräusche zu hören, die sonst niemand hört.
„Du kannst meine Hand nehmen“, sagte er. „Die beißt nicht.“
Ich nahm sie. Er zog mich hoch, und ich saß auf der Bank, er stand vor mir, und mein Gesicht war auf Höhe seines Hosenbunds. Ich sah weg. Zu spät.
Es war zehn vor elf an einem Donnerstag im November. Draußen nieselte es auf die Venloer Straße. Im Studio waren nur noch wir zwei. Der letzte Student mit Kopfhörern war vor einer Viertelstunde gegangen, und Tarek hatte die Musik leiser gedreht, irgendein alter Soul, den er abends immer laufen ließ, wenn die Kraftsportler weg waren.
„Ich mach gleich zu“, sagte er. „Willst du noch was machen?“
Ich hätte nach Hause gehen sollen. Ich stand auf, ging zum Kniebeugenständer und legte die Hände an die Stange.
„Kniebeugen“, sagte ich. „Ich will die siebzig schaffen. Du hast gesagt, ich bin so weit.“
Er sah mich lange an. Dann ging er zur Eingangstür, schloss ab, zog das Rollgitter vor der Glasfront herunter und schaltete die große Deckenbeleuchtung aus. Nur die Lampen über den Ständern brannten noch, warme gelbe Kegel im Dunkeln, und dahinter die lange Spiegelwand, in der wir zu zweit aussahen wie auf einer Bühne.
„Dann machen wir das richtig“, sagte er.
Er lud die Scheiben selbst auf. Zwanzig Kilo pro Seite, dazu die Stange. Er prüfte die Sicherungen, stellte sich hinter mich und erklärte, was er immer erklärte. Füße schulterbreit, Knie raus, Brust hoch, Luft in den Bauch, nicht in die Brust. Ich kannte das alles. Ich ließ es ihn trotzdem sagen, weil ich seine Stimme so nah an meinem Ohr hören wollte.
„Ich steh hinter dir“, sagte er. „Wenn du nicht hochkommst, hab ich dich. Ich fass dich an den Rippen an, hier.“ Er legte die Hände ganz leicht an meine Seiten, unter die Achseln, wo das Top aufhörte und die Haut anfing. „Okay?“
„Okay.“
Ich duckte mich unter die Stange, hob sie aus der Ablage, trat zurück. Siebzig Kilo auf dem Nacken fühlen sich an, als würde jemand versuchen, dich in den Boden zu schrauben. Ich atmete ein. Ich ging hinunter, tief, tiefer als je zuvor, und spürte ihn hinter mir, wie er mit mir hinunterging, sein Becken nur eine Handbreit von meinem Hintern entfernt, die Hände bereit, mich aber nicht berührend.
Unten blieb ich hängen. Eine halbe Sekunde, eine ganze. Meine Oberschenkel brannten.
„Hoch“, sagte er leise. „Komm hoch, Miri.“
Niemand nennt mich Miri. Ich kam hoch. Mit einem Laut, der nicht besonders damenhaft war, drückte ich die siebzig Kilo nach oben, Stück für Stück, bis ich stand und die Stange zurück in die Ablage krachen ließ.
Dann drehte ich mich um. Er stand direkt vor mir. Ich war außer Atem, verschwitzt, mein Herz raste, und ich weiß bis heute nicht, ob das am Gewicht lag oder an ihm.
„Du hast mich Miri genannt“, sagte ich.
„Tut mir leid.“
„Muss es nicht.“
Ich sah ihn an, und er sah mich an, und im Spiegel hinter ihm sah ich uns beide, zwei Menschen in Trainingssachen in einem halbdunklen Raum, die viel zu nah beieinanderstanden. Er bewegte sich nicht. Ich wusste, dass er sich nicht bewegen würde. Er war der Typ Mann, der jahrelang wartet, wenn man ihm nicht sagt, dass er aufhören soll zu warten.
„Tarek“, sagte ich. „Ich trainiere seit anderthalb Jahren jeden Donnerstag bis kurz vor elf. Was glaubst du, warum?“
„Wegen der Atmosphäre?“
„Wegen des Mannes hinter dem Tresen.“
Er schloss für einen Moment die Augen. Als er sie öffnete, war etwas darin anders. „Ich bin dein Trainer. Ich hab mir geschworen, nie mit einer Kundin …“
„Dann kündige ich eben.“ Ich trat näher. „Ernsthaft. Ich will dich. Jetzt, hier. Wenn du das nicht willst, sag es, und ich nehm meine Tasche und wir reden nie wieder darüber.“
„Ich will das“, sagte er. „Ich will das seit dem Tag, an dem du gefragt hast, ob der Boxsack auch Gefühle hat.“
„Dann küss mich endlich.“
Er küsste mich. Er legte eine Hand in meinen Nacken, unter den verschwitzten Pferdeschwanz, und küsste mich so langsam und gründlich, dass mir die Knie weicher wurden als nach der Kniebeuge. Er schmeckte nach Pfefferminzkaugummi und nach Salz. Ich griff in sein Shirt, zog ihn an mich, spürte seinen Körper, breit und hart und warm, und dann spürte ich noch etwas anderes Hartes, das gegen meinen Bauch drückte.
„Oh“, sagte ich gegen seinen Mund.
„Ja“, sagte er. „Seit der Bank. Tut mir leid.“
„Hör auf, dich zu entschuldigen.“
Ich zog ihm das Shirt über den Kopf. Ich hatte ihn noch nie ohne gesehen. Breite Brust, dunkle Haare darauf, die sich zum Bauch hin zu einer schmalen Linie verjüngten, ein Bauch, der nicht nach Waschbrett aussah, sondern nach Kraft. Auf der Schulter eine alte Narbe von einer Operation. Ich küsste sie. Er atmete scharf ein.
Dann zog er mir das Top aus. Mein Sport-BH war schwarz, durchgeschwitzt und alles andere als sexy, und er kämpfte mit ihm, weil er keinen Verschluss hatte, bis ich lachend die Arme hob und er ihn mir über den Kopf zerrte. Meine Brüste waren klein und fest, die Nippel steinhart, und er sah sie an, als wären sie das Erste, was er nach einem langen Winter zu sehen bekam.
„Du bist so schön“, sagte er, „und so verschwitzt.“
„Du bist ein Charmeur.“
„Ich mag das.“ Er beugte sich hinunter und leckte über meine Brustwarze, langsam, dann über die andere. „Ich mag, wie du schmeckst.“
Ich stöhnte. Laut. In einem leeren Studio mit Betonwänden hallt so etwas. Ich hörte mich selbst zurückkommen, von den Wänden, aus den Ecken, und es machte mich nur noch geiler.
Er hob mich hoch, als würde ich nichts wiegen, und setzte mich auf die Hantelbank. Das Kunstleder war kühl unter meinem Hintern. Er kniete sich vor mich, zog mir die Laufschuhe aus, dann die Socken, und küsste meinen Knöchel. Dann griff er an den Bund meiner Leggings.
„Darf ich?“
„Wenn du nicht sofort machst, mach ich es selbst.“
Er zog sie mir zusammen mit dem Slip herunter, über die Oberschenkel, die noch von den Kniebeugen zitterten, über die Knie, bis ich nackt auf der Bank saß, die Beine leicht gespreizt, und er zwischen ihnen kniete. Im Spiegel sah ich meinen Rücken, meinen Hintern auf dem schwarzen Leder, seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln. Ich konnte nicht wegsehen.
„Leg dich hin“, sagte er. „Wie beim Bankdrücken.“
Ich legte mich zurück. Über mir die leere Hantelstange in der Ablage, über ihr die Lampe. Er zog meine Hüften an die Kante der Bank, legte sich meine Beine über die Schultern, und dann war sein Mund auf mir.
Er leckte mich, wie er trainierte. Geduldig. Konzentriert. Mit einer Technik, die so genau war, dass sie fast unverschämt wirkte. Er begann langsam mit breiter Zunge, von unten nach oben, immer wieder, bis ich die Finger in die Ränder der Bank krallte. Dann wurde er spitz, umkreiste meinen Kitzler, ohne ihn ganz zu berühren, bis ich die Hüften hob und ihm entgegenkam. Erst dann saugte er an ihm. Ich schrie. Das Echo kam von den Wänden zurück.
„Atmen“, murmelte er zwischen meinen Beinen, und ich musste lachen, mitten im Stöhnen.
„Ernsthaft? Du coachst mich jetzt?“
„Luft in den Bauch“, sagte er. „Nicht in die Brust.“
Dann schob er zwei Finger in mich, krümmte sie nach oben und hörte nicht auf zu lecken, und ich vergaß das Atmen komplett. Der Orgasmus kam von ganz unten, aus den Fersen, die ich gegen seinen Rücken presste, er kam durch die Oberschenkel, die immer noch brannten, und explodierte irgendwo hinter meinem Bauchnabel. Ich bäumte mich auf der schmalen Bank auf, so sehr, dass ich fast heruntergefallen wäre, und er hielt mich mit einer Hand an der Hüfte fest und machte weiter, bis ich nur noch zitterte.
Ich lag da und starrte die Lampe an. „Fünf Jahre hast du ein Studio und machst so was nicht mit Kundinnen?“
„Nie.“
„Was für eine Verschwendung.“
Er stand auf und grinste, das Kinn glänzend. Ich setzte mich auf, griff an seine Trainingshose und zog sie mit einem Ruck nach unten. Sein Schwanz sprang mir entgegen, dick, schwer, mit einer Ader an der Unterseite, die pochte. Ich schloss die Hand darum. Er war heiß, so heiß, als hätte er selbst gerade einen Satz Kniebeugen hinter sich.
„Jetzt du“, sagte ich. „Stell dich vor die Bank.“
Er stellte sich hin. Ich setzte mich rittlings auf die Bank, beugte mich vor und nahm ihn in den Mund. Er war zu groß, um ihn ganz zu nehmen, also nahm ich, so viel ich konnte, und half mit der Hand nach. Ich lutschte ihn langsam, sah dabei zu ihm hoch, und er sah zu mir herunter, die Hände zu Fäusten geballt, als müsste er sich mit aller Kraft beherrschen, sie nicht in meine Haare zu legen.
„Du darfst mich anfassen“, sagte ich, ihn kurz aus dem Mund lassend. „Ich sag dir, wenn’s zu viel ist.“
Er legte eine Hand an meinen Hinterkopf. Ganz leicht. Ich nahm ihn wieder in den Mund, tiefer jetzt, und er stöhnte so tief und rau, dass ich es in meinem eigenen Brustkorb spürte. Ich leckte über die Eichel, schmeckte den ersten salzigen Tropfen, wichste ihn mit der Hand im Takt meiner Lippen, und seine Hüften begannen sich zu bewegen, ganz leicht, ein Zucken, das er kaum noch kontrollieren konnte.
„Miri“, keuchte er. „Stopp. Bitte. Ich will in dir sein, wenn ich komme.“
Ich ließ ihn los. „Hast du was dabei?“
Er lachte gequält. „Ich bin ein Fitnessstudiobesitzer, kein Callboy.“
„Tarek.“
„Im Büro“, sagte er. „Erste-Hilfe-Kasten. Ein Kumpel hat mal welche reingelegt, als Witz.“
„Ich liebe deinen Kumpel. Geh.“
Er ging, mit heruntergelassener Hose, das Shirt in der Hand, und ich lachte so sehr, dass ich mich an der Hantelablage festhalten musste. Im Spiegel sah ich mich selbst, nackt, verschwitzt, rot im Gesicht, und ich sah aus wie eine Frau, die sich gerade etwas geholt hat, das sie wollte. Ich gefiel mir.
Er kam zurück, ein Kondom in der Hand und einen Ausdruck im Gesicht, als hätte er gerade eine Goldmedaille gewonnen. Ich nahm es ihm ab, riss es auf und rollte es ihm über. Dann stand ich auf, ging zum Kniebeugenständer und legte beide Hände auf die Stange. Siebzig Kilo, fest in der Ablage. Sie würde sich keinen Millimeter bewegen.
Ich sah ihn über die Schulter an. „Du hast gesagt, du stehst hinter mir.“
Er sagte gar nichts. Er stellte sich hinter mich, und im Spiegel sah ich seinen Blick, der an meinem Rücken hinunterwanderte, über die Hüften, den Hintern. Er legte die Hände an meine Rippen, genau da, wo er sie vorhin hingelegt hatte. Dann tiefer, an die Taille. Ich spreizte die Beine, Füße schulterbreit, Knie raus. Ich streckte ihm den Hintern entgegen.
„Sicher?“, fragte er an meinem Ohr.
„Ich war mir noch nie bei irgendwas so sicher.“
Er drang in mich ein, langsam, und ich hielt mich an der Stange fest und biss die Zähne zusammen, weil er mich so ausfüllte, dass es fast zu viel war. Fast. Er wartete. Er hielt still, bis ich nickte, bis ich mich von selbst gegen ihn schob. Dann begann er zu stoßen.
Im Spiegel sah ich alles. Seine großen Hände an meiner Taille. Meine Brüste, die bei jedem Stoß wippten. Mein Gesicht, den offenen Mund, die Augen, die gar nicht mehr richtig fokussierten. Ihn hinter mir, die Brust glänzend vor Schweiß, die Kiefermuskeln angespannt, den Blick nicht auf den Spiegel, sondern auf mich gerichtet. Auf meinen Nacken. Auf die Stelle, wo mein Rücken in meinen Hintern überging.
„Sieh hin“, sagte ich. „Sieh in den Spiegel.“
Er sah hin. Unsere Blicke trafen sich im Glas, und das war schlimmer und besser als alles andere. Er wurde schneller. Härter. Ich klammerte mich an die Stange, und die siebzig Kilo klirrten leise in der Ablage, jedes Mal, wenn er gegen mich stieß. Klirr. Klirr. Klirr. Unser Rhythmus, in Eisen geschlagen.
„Fester“, keuchte ich. „Ich bin nicht aus Glas.“
„Ich weiß“, sagte er. „Ich hab gesehen, was du drückst.“
Er nahm mich beim Wort. Er packte meine Hüften, zog mich bei jedem Stoß gegen sich, und das Klatschen unserer Körper hallte durch das leere Studio, lauter als der Soul aus den Boxen. Eine Hand rutschte nach vorn, zwischen meine Beine, und fand meinen Kitzler, und ich hörte mich selbst Dinge sagen, die ich in meiner schallisolierten Kabine niemals sagen würde. Fick mich. Hör nicht auf. Genau da. Mehr.
Ich kam ein zweites Mal, an die Stange geklammert, die Stirn auf meinem Unterarm, und meine Beine gaben nach. Er fing mich auf. Natürlich fing er mich auf. Er schlang einen Arm um meinen Bauch, hielt mich, während ich um ihn herum zuckte, und ich spürte, wie er selbst über die Kante ging, mit einem tiefen, langen Stöhnen in meinem Nacken, die Hüften fest gegen meinen Hintern gepresst, bis es vorbei war.
Wir blieben eine Weile so stehen. Ich hielt die Stange, er hielt mich. Im Spiegel sahen wir aus wie eine Skulptur. Erschöpfung, nackt, in Bronze gegossen.
„Ich glaube“, sagte er schließlich, heiser, „das war der beste Satz, den hier je jemand gemacht hat.“
„Zähl ihn nicht. Das gilt nicht als Training.“
„Bei dem Puls? Natürlich gilt das.“
Wir duschten zusammen in der Männerumkleide, weil die der Frauen eine kaputte Brause hatte, die er seit drei Wochen reparieren wollte. Das Wasser war erst eiskalt, dann kochend heiß, und dazwischen fanden wir die Temperatur, in der man stehen bleiben kann. Er seifte meinen Rücken ein, langsam, mit diesen großen Händen, und massierte die Knoten aus meinen Schultern, die von anderthalb Jahren Hörbuchkabine kamen.
„Du bist total verspannt“, sagte er.
„Das ist dein Job. Ich bezahle Mitgliedsbeitrag.“
„Du hast gerade gekündigt“, erinnerte er mich. „Ich hab’s gehört.“
Ich drehte mich unter dem Wasser um und sah ihn an. Die Haare an seiner Stirn klebten, Wasser lief ihm in den Bart. „Willst du, dass ich kündige?“
Er dachte lange nach. Sehr lange für einen Mann, der gerade nackt unter einer Dusche stand.
„Ich will“, sagte er, „dass du donnerstags weiter bis kurz vor elf trainierst. Ich will, dass du irgendwann die achtzig drückst. Und ich will, dass ich dich danach zu mir nach Hause mitnehmen darf, wo es ein Bett gibt und keine Hantelbank.“
„Das ist viel Wollen für einen Donnerstag.“
„Ich bin Gewichtheber“, sagte er. „Wir planen in Zyklen.“
Ich habe nicht gekündigt. Ich trainiere immer noch jeden Donnerstag bis kurz vor elf, und Tarek steht immer noch hinter mir, wenn es schwer wird. Seit einem halben Jahr fahren wir danach zusammen zu ihm. Meistens. Manchmal schaffen wir es nicht bis zur Tür.
Letzte Woche habe ich die achtzig geschafft. Er hat die Stange nicht angefasst. Er hat nur hinter mir gestanden und „Hoch, Miri“ gesagt, und ich bin hochgekommen.
Danach hat er die Tür abgeschlossen, das Rollgitter heruntergelassen und das große Licht ausgemacht. Die Hantelbank ist inzwischen ziemlich abgenutzt. Er sagt, er will eine neue kaufen. Ich habe ihm gesagt, dass er sich das sehr gut überlegen soll.
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