Sex beim Camping – Gewitternacht im Wohnmobil

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Der erste Tropfen traf mich mitten auf die Stirn, der zweite auf die Pfanne mit den Bratkartoffeln, und beim dritten wusste ich, dass mein Dachzelt diese Nacht nicht überleben würde.

Ich bin Lena, 32 Jahre alt, Grafikerin aus Leipzig, und ich war seit neun Tagen allein mit meinem alten Bulli unterwegs. Ein T3 in verblichenem Orange, Baujahr 1987, mit einem Dachzelt, das ich auf einem Flohmarkt in Halle für hundertzwanzig Euro gekauft hatte. Der Verkäufer hatte geschworen, es sei wasserdicht. Er hatte gelogen.

Der Campingplatz lag direkt an der Müritz, ein schmaler Streifen Wiese zwischen Kiefern und Schilf, Ende August, die Ferien in Mecklenburg gerade vorbei. Außer mir campierten nur noch drei Parteien auf der Wiese: ein Rentnerpaar aus Bielefeld mit Vorzelt und Gartenzwerg, zwei Radfahrer in einem Igluzelt am anderen Ende und, keine zehn Meter neben mir, ein mattgraues Wohnmobil mit Hamburger Kennzeichen.

Der Besitzer saß unter seiner Markise und las. Ich hatte ihn seit zwei Tagen beobachtet, ohne es zuzugeben. Groß, braungebrannte Unterarme, kurz geschorene dunkelblonde Haare, ein ausgewaschenes Leinenhemd, die Ärmel hochgekrempelt. Morgens schwamm er im See, so weit hinaus, dass ich jedes Mal kurz die Luft anhielt. Abends kochte er auf einem kleinen Gaskocher und hörte dabei Jazz aus einem winzigen Lautsprecher. Wir hatten uns zweimal zugenickt und einmal über die Mücken geklagt. Mehr nicht.

Jetzt sah er vom Buch auf, in den Himmel, dann zu mir.

„Das wird gleich richtig heftig“, rief er herüber. „Der Wetterbericht sagt Unwetter bis morgen früh.“

„Mein Zelt ist wasserdicht“, rief ich zurück, mit aller Würde, die man aufbringen kann, während man Bratkartoffeln vor dem Regen rettet.

Er hob nur eine Augenbraue.

Um halb elf schlug der erste Blitz über dem See ein. Ich lag oben im Dachzelt, im Schlafsack, und zählte die Sekunden bis zum Donner. Drei. Dann zwei. Dann krachte es so laut, dass der ganze Bulli vibrierte.

Um elf tropfte es mir auf die Wade. Um Viertel nach elf lief ein dünnes Rinnsal an der Zeltwand entlang und sammelte sich in der Matratze. Um halb zwölf lag ich in einer Pfütze, die nach nassem Polyester und Kiefernnadeln roch, und fluchte so laut, dass ich den Donner übertönte.

Unten im Bulli war kein Platz. Die Rückbank war voll mit Kisten und Leinwänden. Mein Plan war, mich auf den Fahrersitz zu setzen und bis zum Morgen zu frieren, als ich mit dem Schlafsack unter dem Arm die Leiter herunterkletterte.

Unter der Markise nebenan brannte noch Licht. Die Tür des Wohnmobils ging auf.

„Wasserdicht, hm?“

Er stand im Türrahmen, barfuß, in Jogginghose und T-Shirt, und versuchte gar nicht erst, nicht zu grinsen. Der Regen fiel so dicht zwischen uns, dass er fast wie ein Vorhang aussah.

„Halt den Mund“, sagte ich, und dann musste ich selbst lachen. Ich war bis auf die Unterwäsche nass, und meine Zähne klapperten.

„Komm rein. Im Ernst. Ich hab eine Heizung, trockene Handtücher und Tee.“ Er machte eine kleine Pause. „Und nur ein Bett. Aber das ist groß, und ich kann auf der Sitzbank schlafen.“

Ich zögerte. Allein, nachts, ein fremder Mann. Jeder Instinkt meldete sich. Aber ich hatte ihn zwei Tage lang gesehen. Wie er dem Rentnerpaar beim Aufbau des Vorzelts geholfen hatte. Und er stand da und wartete, ohne zu drängen.

„Ich heiße Lena“, sagte ich.

„Jonas.“ Er trat einen Schritt zur Seite. „Schuhe kannst du anlassen. Der Boden verträgt das.“

Das Wohnmobil roch nach Holz, nach Zitronengras und ein bisschen nach Kaffee. Jonas, so erfuhr ich in den nächsten zwanzig Minuten, war 37, Bootsbauer aus Hamburg, und hatte den Innenausbau selbst gemacht. Das sah man. Alles war aus hellem Eichenholz, jede Klappe passte, jede Schublade schloss mit einem weichen Klick. Hinten, unter einem Dachfenster, auf das der Regen trommelte, lag das Bett. Breit, mit einer dunkelblauen Decke und zwei Kissen.

Er gab mir zwei Handtücher und ein frisches T-Shirt von sich, drehte mir demonstrativ den Rücken zu und setzte Wasser auf. Ich zog mich aus, trocknete mich ab, schlüpfte in das T-Shirt. Es reichte mir bis knapp über die Oberschenkel und roch nach Waschmittel und nach ihm.

„Fertig“, sagte ich.

Er drehte sich um, und ich sah, wie sein Blick für eine halbe Sekunde an meinen nackten Beinen hängen blieb, bevor er mir einen Becher in die Hand drückte. Pfefferminztee mit Honig. Wir saßen auf der Sitzbank, das Licht gedimmt, draußen tobte das Gewitter, und wir redeten. Über Boote und Bilder, über Leipzig und Hamburg.

„Warum allein?“, fragte er irgendwann.

„Weil ich nach acht Jahren Beziehung wissen wollte, ob ich überhaupt noch weiß, was ich will.“ Ich drehte den Becher in den Händen. „Und du?“

„Weil ich zu lange nur gearbeitet habe.“ Er lächelte schief. „Und weil man auf einem Campingplatz Leute trifft, die man sonst nie treffen würde.“

Ein Blitz tauchte das Innere des Wagens in grelles Weiß. Für einen Moment sah ich sein Gesicht ganz deutlich, die feinen Fältchen um die Augen, den Mund, der ein bisschen zu weich war für den Rest von ihm. Dann krachte der Donner, und ich zuckte zusammen, und mein Knie berührte seins.

Keiner von uns zog das Bein weg.

Es war fast eins, als er aufstand und eine Wolldecke aus einem Schrank holte. „Du nimmst das Bett. Ich schlafe hier.“

„Jonas, die Bank ist einen Meter sechzig lang. Du bist mindestens eins neunzig.“

„Eins dreiundneunzig. Ich hab schon unbequemer geschlafen.“

Ich sah ihn an. Mein Herz schlug so laut, dass ich sicher war, er müsse es über den Regen hinweg hören. Ich hätte Danke sagen und ins Bett kriechen können. Stattdessen hörte ich mich sagen:

„Das Bett ist groß genug für zwei. Und ehrlich gesagt will ich nicht, dass du auf der Bank schläfst.“

Er stand ganz still, die Decke noch in der Hand. „Lena. Ich will das nicht falsch verstehen.“

„Dann frag mich.“

Er legte die Decke ab, kam einen Schritt näher, und jetzt war er so nah, dass ich die Wärme seiner Haut spüren konnte. Er berührte mich nicht.

„Willst du, dass ich dich küsse?“

„Ja“, sagte ich. „Seit gestern Morgen, als du aus dem See gekommen bist.“

Der erste Kuss war vorsichtig, fast fragend. Seine Lippen schmeckten nach Pfefferminz und Honig, seine Hand lag ganz leicht an meinem Hals, und ich spürte, wie er wartete, ob ich zurückweichen würde. Ich wich nicht zurück. Ich zog ihn an seinem T-Shirt zu mir heran, und der zweite Kuss war nicht mehr vorsichtig.

Wir stolperten die zwei Schritte bis zum Bett und fielen hinein. Über uns hämmerte der Regen auf das Dachfenster, ein dunkles, unregelmäßiges Trommeln, und bei jedem Blitz sah ich seinen Körper über mir, hell und schattig zugleich. Er zog mir sein eigenes T-Shirt über den Kopf, und ich lag nackt vor ihm, die Haut noch kühl vom Regen, die Brustwarzen hart.

„Du bist wunderschön“, sagte er leise, und es klang nicht wie ein Satz, den man eben so sagt.

Er küsste meinen Hals, die Kuhle über dem Schlüsselbein, dann meine Brüste. Er nahm sich Zeit. Er umkreiste meine Brustwarze mit der Zunge, sog sie in den Mund, ließ sie wieder los und blies sanft darüber, bis ich eine Gänsehaut bekam, die nichts mehr mit Kälte zu tun hatte. Seine Hand wanderte über meinen Bauch, über meine Hüfte, an der Innenseite meines Oberschenkels hinauf. Er hielt kurz inne.

„Ja?“, fragte er.

„Ja. Bitte.“

Seine Finger glitten zwischen meine Schamlippen, und er stöhnte leise, als er spürte, wie nass ich war. Er streichelte mich langsam, mit zwei Fingern, die raue Haut eines Mannes, der den ganzen Tag mit Holz arbeitet, und genau diese Rauheit machte mich wahnsinnig. Er fand meinen Kitzler, umkreiste ihn, drückte ein wenig fester, als ich die Hüften hob.

Ich zerrte an seinem T-Shirt. Er zog es aus, dann die Jogginghose, und dann lag er neben mir, nackt, und ich nahm mir, was ich zwei Tage lang nur von Weitem gesehen hatte. Die breiten Schultern, die Brust mit den hellen Haaren, den flachen Bauch. Seinen Schwanz, der hart und schwer an meinem Oberschenkel lag. Ich schloss die Hand um ihn und spürte, wie er unter meinen Fingern zuckte.

„Lena“, sagte er heiser.

„Ich will dich schmecken“, flüsterte ich. „Darf ich?“

Er lachte atemlos. „Du fragst mich das?“

„Ich frag dich das.“

„Ja. Gott, ja.“

Ich rutschte an ihm hinunter. Er schmeckte nach Haut und ein bisschen nach dem See, in dem er am Abend noch geschwommen war. Ich leckte langsam an ihm entlang, von der Wurzel bis zur Spitze, und nahm ihn dann in den Mund, so tief ich konnte. Er stöhnte auf und krallte eine Hand in das Laken, die andere legte er mir ganz leicht auf den Hinterkopf, ohne zu drücken. Es gefiel mir, ihn so zu sehen, diesen ruhigen, großen Mann, der unter meinem Mund die Kontrolle verlor.

Nach einer Weile zog er mich sanft zu sich hoch. „Wenn du weitermachst, ist es gleich vorbei. Und ich will nicht, dass es gleich vorbei ist.“

Er drehte mich auf den Rücken und küsste sich an mir hinab, über die Brüste, den Bauch, die empfindliche Haut unterhalb des Nabels. Dann schob er meine Beine auseinander und legte seinen Mund auf mich.

Ich hatte vergessen, wie sich das anfühlen kann. Er leckte mich mit breiter, flacher Zunge, ließ sie dann spitz um meinen Kitzler kreisen, saugte daran, schob einen Finger in mich, dann einen zweiten, und krümmte sie genau an der Stelle, die mich aufschreien ließ. Draußen donnerte es, und ich wusste nicht mehr, ob das Beben aus dem Himmel kam oder aus mir. Ich griff in seine Haare, drängte mich gegen seinen Mund, und als der Orgasmus kam, kam er in Wellen, lang und heftig, und ich presste mir einen Arm vor den Mund, weil ich plötzlich an das Rentnerpaar aus Bielefeld dachte.

Jonas sah zu mir hoch, das Kinn nass, die Augen dunkel. „Die hören nichts. Das Gewitter ist lauter als du.“

„Bist du sicher?“

„Nein“, sagte er und grinste. „Aber das ist mir gerade ziemlich egal.“

Er beugte sich über mich zur Seite, öffnete eine der Schubladen unter dem Bett und holte ein Kondom heraus. Ich musste lachen.

„Hast du das etwa eingebaut? Ein Fach nur für Kondome?“

„Ein Fach für Notfälle“, sagte er. „Taschenlampe, Pflaster, Streichhölzer. Und das hier.“

Ich nahm es ihm aus der Hand, riss die Verpackung auf und rollte es ihm über. Dann zog ich ihn auf mich.

Er drang langsam in mich ein, Zentimeter für Zentimeter, und sah mir dabei die ganze Zeit in die Augen. Ich hielt die Luft an. Er füllte mich aus, ganz, und für einen Moment bewegte sich keiner von uns. Nur der Regen, das Trommeln über uns, sein Herzschlag an meiner Brust.

Dann begann er sich zu bewegen. Erst langsam, mit langen, tiefen Stößen, die mich jedes Mal ein Stück höher trugen. Ich schlang die Beine um seine Hüften und zog ihn tiefer, und er verstand und wurde schneller. Das Wohnmobil schaukelte leicht in den Federn. Ich hörte uns beide atmen, keuchen, ich hörte das nasse Geräusch, mit dem unsere Körper aufeinandertrafen, und es war das Schönste, was ich seit Langem gehört hatte.

„Ich will oben sein“, sagte ich.

Er rollte sich auf den Rücken, ohne aus mir herauszugleiten. Ich setzte mich auf, stützte die Hände auf seine Brust und begann ihn zu reiten. Über mir das Dachfenster, Regenschlieren auf dem Glas, und bei jedem Blitz sah ich mich selbst darin gespiegelt, nackt, die Haare wild, die Hüften kreisend. Jonas hielt meine Taille, dann meine Brüste, dann legte er den Daumen auf meinen Kitzler und rieb ihn im Takt meiner Bewegungen.

„Komm noch einmal für mich“, sagte er leise. „Ich will dich sehen, wenn du kommst.“

Ich kam ein zweites Mal, mit zurückgeworfenem Kopf, den Mund offen, und diesmal hielt ich mir nichts vor den Mund. Ich spürte, wie er unter mir die Kontrolle verlor, wie er meine Hüften packte und von unten in mich stieß, schneller, härter, bis er mit einem tiefen, langen Stöhnen kam und mich so fest an sich zog, dass ich kaum noch Luft bekam.

Danach lagen wir lange einfach da. Mein Kopf auf seiner Brust, seine Hand in meinen feuchten Haaren. Das Gewitter zog langsam nach Osten ab. Der Donner wurde leiser, ein fernes Grollen über Waren, und der Regen auf dem Dach wurde zu einem gleichmäßigen, beruhigenden Rauschen.

„Und?“, fragte er irgendwann. „Weißt du jetzt, was du willst?“

„Ich weiß, was ich morgen früh will“, sagte ich und schlief ein, bevor er nachfragen konnte.

Ich wachte auf, weil es still war. Kein Regen mehr, kein Donner. Durch das Dachfenster sah ich einen Himmel, der von Grau zu einem blassen Rosa wechselte. Jonas schlief noch, auf dem Bauch, ein Arm über meiner Hüfte. Ich sah auf mein Handy. Kurz nach fünf.

Ich küsste ihn zwischen die Schulterblätter, bis er blinzelte.

„Komm mit“, flüsterte ich. „Ich will was ausprobieren.“

Wir zogen uns nur das Nötigste über, ich sein T-Shirt, er die Jogginghose, und schlichen barfuß über die nasse Wiese. Das Gras war kalt und schwer vom Regen, die Luft roch nach Erde, nach Harz und nach dem See. Im Vorzelt der Bielefelder brannte kein Licht. Das Igluzelt der Radfahrer war dunkel und still.

Am Ufer lag ein alter Holzsteg, der ein paar Meter ins Schilf hinausführte. Über dem Wasser hing Nebel, so dicht, dass man das andere Ufer nicht sah. Die Welt bestand nur noch aus grauen Bohlen, weißem Dunst und dem leisen Glucksen der Wellen an den Pfählen.

„Ich wollte immer mal im See schwimmen, bevor die Sonne aufgeht“, sagte ich. „Nackt.“

„Das Wasser hat vielleicht neunzehn Grad.“

„Dann musst du mich danach eben wieder aufwärmen.“

Ich zog das T-Shirt über den Kopf und ließ es auf den Steg fallen. Jonas sah mich an, dann die Jogginghose, dann wieder mich, und stieg aus ihr heraus. Wir sprangen gleichzeitig.

Das Wasser war so kalt, dass mir der Atem stockte. Ich tauchte prustend auf, Jonas neben mir, lachend, die Haare an der Stirn klebend. Wir schwammen ein paar Züge in den Nebel hinaus, bis der Steg nur noch ein Schatten war, und dann zurück. Am Steg zog er sich mit einem Ruck auf die Bohlen und reichte mir die Hand.

Ich stieg nicht hinauf. Ich blieb im Wasser, die Unterarme auf dem Holz, sah zu ihm hoch, wie er da saß, nass und nackt, Gänsehaut auf den Schenkeln, und trotzdem schon wieder hart.

„Das Wasser hat neunzehn Grad“, sagte ich. „Und du trotzdem?“

„Du bist schuld.“

„Ich weiß.“ Ich zog mich ein Stück hoch, zwischen seine Knie, und nahm ihn in den Mund. Er war kalt vom See und wurde in meinem Mund warm, und er stöhnte so laut, dass irgendwo im Schilf ein Vogel aufflatterte. Ich hielt mich mit einer Hand an seinem Oberschenkel fest und leckte ihn, langsam, bis er die Hand in meine nassen Haare legte und meinen Namen sagte, als wäre es ein Gebet.

„Komm raus“, sagte er. „Bitte. Ich will dich.“

Er zog mich auf den Steg. Die Bohlen waren rau und feucht unter meinen Knien. Er hatte ein Kondom in der Tasche der Jogginghose, ich sah es und musste lachen, und er sagte: „Notfallfach. Ich hab gelernt.“

Ich kniete mich auf die Bohlen, die Hände auf dem kalten Holz, und er kniete sich hinter mich. Vor mir lag nichts als Nebel und Wasser und die erste Ahnung von Sonne, ein orangefarbener Fleck hinter dem Dunst. Hinter mir spürte ich seine Wärme, seine Hände auf meinen Hüften, dann ihn, wie er in mich eindrang, langsam und tief.

Es war anders als in der Nacht. Langsamer, ruhiger, fast still. Wir waren draußen, unter freiem Himmel, und jeder Laut trug über das Wasser. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu laut zu werden, und gerade das machte es unerträglich gut. Jeder Stoß ließ den Steg leise knarzen. Jonas beugte sich über mich, eine Hand flach auf meinem Bauch, die andere zwischen meinen Beinen, und flüsterte mir ins Ohr, wie schön ich sei, wie sehr er mich wolle, wie gut ich mich anfühle.

Irgendwo hinter uns auf dem Platz klappte eine Autotür.

Wir erstarrten beide. Ich hielt die Luft an. Schritte auf Kies, ein Husten, dann wieder Stille. Wahrscheinlich einer der Radfahrer auf dem Weg zum Waschhaus. Der Nebel war dicht. Niemand konnte uns sehen. Aber der Gedanke, dass jemand uns sehen könnte, jagte mir einen Schauer über den Rücken, der direkt zwischen meine Beine fuhr.

„Weitermachen?“, flüsterte Jonas.

„Wehe, du hörst auf.“

Er bewegte sich wieder, langsam, und rieb mich dabei im selben Rhythmus, und ich kam mit dem Gesicht im Nebel, die Finger in die Ritzen zwischen den Bohlen gekrallt, lautlos, zitternd, während die Sonne über dem See aufging. Er kam kurz nach mir, das Gesicht in meinem Nacken, mit einem unterdrückten Laut, der mehr Atem war als Stimme.

Wir blieben auf dem Steg liegen, bis der Nebel sich hob und das Licht golden über das Wasser kroch. Dann zogen wir uns an, so gut es ging, und gingen zurück über die Wiese. Vor dem Vorzelt der Bielefelder stand die Frau, eine Tasse Kaffee in der Hand, im geblümten Bademantel. Sie sah uns an, sah meine nassen Haare, das zu große T-Shirt, Jonas’ Hand in meiner.

„Na“, sagte sie. „Hat das Zelt doch nicht gehalten?“

„Nein“, sagte ich. „Zum Glück nicht.“

Mein Dachzelt habe ich an diesem Vormittag zum Trocknen über den Zaun gehängt. Jonas hat sich die Nähte angesehen, den Kopf geschüttelt und gesagt, dass man da nichts mehr retten kann. Er hat angeboten, mir in Hamburg ein neues zu bauen. Aus richtigem Segeltuch. Wasserdicht.

„Und bis dahin?“, habe ich gefragt.

„Bis dahin hab ich ein Bett, das groß genug für zwei ist.“

Wir sind am nächsten Morgen zusammen aufgebrochen. Mein orangefarbener Bulli vorneweg, sein graues Wohnmobil hinterher, die Mecklenburgische Seenplatte hinauf bis an die Ostsee. Elf Tage lang. Elf Campingplätze. Ich habe in keiner einzigen Nacht in meinem eigenen Auto geschlafen.

Das neue Dachzelt liegt übrigens noch immer halb genäht in seiner Werkstatt. Ich habe ihm gesagt, dass er sich mit dem Nähen Zeit lassen kann. Sehr viel Zeit.

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