Sex im Hotel auf Geschäftsreise – nur noch ein Zimmer frei

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„Es tut mir wirklich leid, Frau Berger. Wir haben nur noch ein einziges Zimmer frei.“

Die Rezeptionistin hinter dem polierten Tresen lächelte so entschuldigend, wie man nur lächeln kann, wenn man diesen Satz an einem Messeabend schon zwanzigmal gesagt hat. Draußen prasselte Oktoberregen gegen die Glasfront des Hotels, in der Lobby stapelten sich Rollkoffer, und irgendwo hinter mir lachte eine Gruppe Aussteller viel zu laut über einen Witz, den nur sie verstanden.

Ich bin Jana, 34 Jahre alt, Vertriebsleiterin bei einem Hersteller für Medizintechnik. Ich hatte in meinem Berufsleben schon viele Hotelpannen erlebt. Aber dass unsere Assistenz zwei Einzelzimmer gebucht hatte, die das System offenbar nie bestätigt hatte, war neu.

Neben mir stand Tobias. 38, Produktmanager aus unserem Münchner Büro, seit gut einem Jahr in meinem Team. Groß, dunkle Haare mit den ersten grauen Strähnen an den Schläfen, Dreitagebart und diese ruhigen grauen Augen, die in Meetings alles registrierten, ohne viel zu sagen. Wir hatten an diesem Tag neun Stunden am Messestand verbracht, siebzig Gespräche geführt und mittags gemeinsam ein trockenes Brötchen geteilt. Ich mochte ihn. Mehr, als ich mir eingestehen wollte.

„Was für ein Zimmer?“, fragte er.

„Ein Doppelzimmer mit Kingsize-Bett im neunten Stock. Ich kann Ihnen leider kein Zustellbett anbieten.“

Tobias sah mich an. Ich sah ihn an. Ich rechnete im Kopf alle Hotels in Frankfurt durch, die ich kannte, und wusste gleichzeitig, dass während der Messe nicht einmal mehr eine Besenkammer frei sein würde.

„Ich kann mir ein Taxi nach Offenbach nehmen“, sagte er schließlich. „Irgendwo wird schon was sein.“

„Um halb elf? Bei dem Wetter? Und morgen um acht stehen wir wieder am Stand.“ Ich atmete durch. „Wir sind erwachsen. Wir nehmen das Zimmer. Wenn es für dich okay ist.“

Er zögerte nur einen Moment. „Für mich ist es okay. Ehrlich gesagt sogar mehr als okay.“

Ich tat, als hätte ich den zweiten Satz nicht gehört. Aber auf dem Weg zum Aufzug spürte ich, wie mein Herz schneller schlug.

Das Zimmer war schöner, als ich erwartet hatte. Dunkles Holz, gedimmtes Licht, ein riesiges Fenster mit Blick auf die Skyline, in der die Lichter der Bankentürme im Regen verschwammen. Und mittendrin dieses Bett. Breit, weiß, frisch bezogen, mit viel zu vielen Kissen. Es sah aus wie eine Frage, auf die keiner von uns eine Antwort hatte.

„Ich nehme die Seite am Fenster“, sagte Tobias und stellte seinen Koffer ab. „Und ich verspreche, ich schnarche nicht.“

„Das sagen alle Männer.“

„Ich bin nicht alle Männer.“

Er grinste, und ich musste lachen. Die Anspannung des Tages fiel ein Stück von mir ab. Wir bestellten beim Zimmerservice zwei Club-Sandwiches und eine große Flasche Wasser, saßen im Schneidersitz auf dem Bett und gingen noch einmal die Leads des Tages durch, weil keiner von uns zugeben wollte, wie seltsam diese Situation eigentlich war. Irgendwann klappte ich den Laptop zu.

„Ich gehe duschen“, sagte ich. „Wehe, du guckst.“

„Ich schaue aus dem Fenster und zähle Bürotürme.“

Unter dem heißen Wasser versuchte ich, meine Gedanken zu sortieren. Tobias war Single, das wusste ich, seit er sich auf der Weihnachtsfeier beim Tanzen darüber beklagt hatte, dass seine Freunde ihn ständig verkuppeln wollten. Ich war es auch, seit gut einem Jahr. Wir waren beide über dreißig, niemand in der Firma hatte ein Problem mit Beziehungen unter Kollegen, solange keiner dem anderen direkt vorgesetzt war, und das war bei uns nicht der Fall: Er berichtete an die Produktleitung, nicht an mich. Trotzdem. Man fängt nichts mit einem Kollegen an. Nicht auf einer Messe. Nicht in einem Hotelzimmer, das man aus Versehen teilt.

Ich zog mein Schlafshirt an, ein weites graues Ding, das mir bis zur Mitte der Oberschenkel reichte, und darunter nur einen Slip. Als ich aus dem Bad kam, stand Tobias tatsächlich am Fenster, die Hände in den Hosentaschen. Er drehte sich um, und ich sah, wie sein Blick an meinen nackten Beinen hängen blieb. Nur eine Sekunde. Dann sah er mir wieder in die Augen.

„Bad ist frei“, sagte ich und meine Stimme klang heiserer als geplant.

Während er duschte, lag ich im Bett und starrte an die Decke. Ich hörte das Wasser rauschen und stellte mir vor, wie es über seine Schultern lief. Ich schämte mich ein bisschen für den Gedanken. Und gleichzeitig spürte ich dieses warme Ziehen im Bauch, das ich lange nicht gespürt hatte.

Er kam in einem schwarzen T-Shirt und Boxershorts zurück, die Haare noch feucht. Er löschte das große Licht, nur die kleine Leselampe auf meiner Seite brannte noch. Dann legte er sich hin, mit einem halben Meter Abstand, ordentlich auf den Rücken, wie ein Mann, der sich fest vorgenommen hat, anständig zu bleiben.

Eine Weile lagen wir nur da. Draußen rauschte der Regen.

„Jana?“

„Hm?“

„Darf ich dir was sagen, ohne dass es morgen am Stand komisch wird?“

Ich drehte mich auf die Seite, zu ihm hin. „Kommt drauf an, was es ist.“

Er drehte sich ebenfalls zu mir. Im schwachen Licht konnte ich seine Augen sehen. „Ich finde dich seit Monaten unglaublich anziehend. Nicht nur, weil du gut aussiehst, obwohl du das tust. Sondern weil du im Meeting mit dem Einkauf aus Lyon nicht nachgegeben hast, als alle anderen schon eingeknickt waren. Weil du lachst, wenn du müde bist. Ich wollte es dir schon lange sagen. Ich wollte es nur nicht ausgerechnet so sagen, in einem Hotelbett.“

Mein Mund war trocken. „Und warum sagst du es dann jetzt?“

„Weil ich sonst die ganze Nacht wach liege und mir vorstelle, wie es wäre, dich zu küssen. Und weil ich will, dass du weißt: Wenn du das nicht willst, ist das völlig in Ordnung. Dann drehe ich mich um, wir schlafen, und morgen verkaufen wir Ultraschallgeräte, als wäre nichts gewesen.“

Ich sah ihn lange an. Dann rutschte ich das Stück näher, das uns trennte, bis ich die Wärme seines Körpers spüren konnte.

„Ich will es“, sagte ich leise. „Ich will das schon seit der Weihnachtsfeier.“

Er hob die Hand und strich mir eine feuchte Strähne aus dem Gesicht, ganz langsam, als hätte er Angst, mich zu erschrecken. Dann küsste er mich. Zuerst vorsichtig, fast fragend. Seine Lippen waren weich und warm und schmeckten nach Minzzahnpasta. Ich legte meine Hand in seinen Nacken und zog ihn näher, und aus dem vorsichtigen Kuss wurde ein tiefer, hungriger, in dem sich all die Monate entluden, in denen wir uns nur über Konferenztische hinweg angesehen hatten.

Seine Hand lag auf meiner Hüfte, über dem Shirt. Sie blieb dort, bis ich sie nahm und unter den Stoff schob, auf meine nackte Haut. Er atmete hörbar ein.

„Sicher?“, flüsterte er.

„Ganz sicher. Und wenn ich es nicht mehr bin, sage ich es dir.“

„Versprochen?“

„Versprochen.“

Seine Finger wanderten über meinen Bauch nach oben, langsam, und als sie meine Brust erreichten, bog ich mich ihm entgegen. Er umschloss sie mit der ganzen Hand, strich mit dem Daumen über meine Brustwarze, die sofort hart wurde. Ich stöhnte leise in seinen Mund. Mit einer schnellen Bewegung zog ich mir das Shirt über den Kopf und warf es irgendwo ins Dunkel. Dann lag ich halbnackt vor ihm, nur noch im Slip, und es fühlte sich nicht peinlich an, sondern richtig.

„Mein Gott, Jana“, murmelte er und küsste meinen Hals, mein Schlüsselbein, die Wölbung meiner Brust. Als seine Lippen sich um meine Brustwarze schlossen und er sanft daran saugte, krallte ich meine Finger in seine Haare. Ich hatte vergessen, wie gut sich das anfühlte. Wie sehr ich das vermisst hatte.

Ich zerrte an seinem T-Shirt, und er half mir, es loszuwerden. Sein Oberkörper war schlanker, als ich gedacht hatte, mit einem leichten Flaum dunkler Haare auf der Brust. Ich ließ meine Hand darüber gleiten, über seinen Bauch, bis zum Bund seiner Boxershorts. Durch den dünnen Stoff spürte ich, wie hart er war.

„Darf ich?“, fragte ich und hakte die Finger in den Bund.

Er lachte leise, atemlos. „Ich glaube, du darfst heute Nacht so ziemlich alles.“

Ich zog ihm die Shorts herunter und nahm seinen Schwanz in die Hand. Er war heiß und schwer und pochte unter meinen Fingern. Ich bewegte meine Hand langsam auf und ab, und Tobias schloss die Augen und legte den Kopf zurück ins Kissen. Es machte mich unglaublich an, ihn so zu sehen, diesen kontrollierten, immer etwas zurückhaltenden Mann, wie er unter meiner Hand die Fassung verlor.

Doch er ließ mich nicht lange gewähren. Er drehte mich sanft auf den Rücken und küsste sich an mir hinab, über meinen Bauch, über den Rand meines Slips. Er sah zu mir hoch, eine stumme Frage im Blick, und ich hob das Becken an, damit er mir das letzte Stück Stoff ausziehen konnte.

Dann lag ich nackt vor ihm, die Beine leicht geöffnet, und er küsste die Innenseite meiner Oberschenkel, erst links, dann rechts, immer näher, bis ich vor Ungeduld zitterte. Als seine Zunge endlich durch meine Spalte glitt, entfuhr mir ein Laut, den ich nicht von mir kannte. Er leckte mich langsam und gründlich, umkreiste meinen Kitzler, saugte daran, ließ wieder los. Ich war so nass, dass ich es selbst hören konnte. Meine Hüften bewegten sich wie von selbst gegen seinen Mund.

„Nicht aufhören“, keuchte ich. „Bitte nicht aufhören.“

Er hörte nicht auf. Er schob zwei Finger in mich, krümmte sie leicht, und in Kombination mit seiner Zunge war das zu viel. Der Orgasmus rollte über mich hinweg wie eine Welle, ich presste mir das Kissen vors Gesicht, um nicht das ganze Stockwerk zu wecken, und zuckte und bebte, während er mich mit sanften Zungenschlägen durch jede einzelne Welle begleitete.

Als ich wieder atmen konnte, zog ich ihn zu mir hoch und küsste ihn. Ich schmeckte mich selbst auf seinen Lippen.

„Ich will dich in mir spüren“, flüsterte ich. „Hast du Kondome dabei?“

Er stöhnte auf und vergrub das Gesicht an meinem Hals. „Natürlich nicht. Ich habe eine Messe geplant, keine …“ Er stockte.

Ich musste lachen. „Kulturbeutel. Seitenfach. Ich bin Vertriebsleiterin, ich bin auf alles vorbereitet.“

Er holte die Packung aus dem Bad, und als er zurückkam, nackt und erregt im Halbdunkel, sah ich ihm zu, wie er das Kondom abrollte. Dann kniete er sich zwischen meine Beine. Er sah mir in die Augen, und ich nickte, bevor er fragen konnte.

„Ja. Komm.“

Er drang langsam in mich ein, Zentimeter für Zentimeter, und ich hielt den Atem an, weil es sich so gut anfühlte, so voll, so richtig. Als er ganz in mir war, hielt er inne, stützte sich auf die Unterarme und küsste mich. Dann begann er, sich zu bewegen. Langsam zuerst, tief und genussvoll, dann schneller, als ich meine Beine um seine Hüften schlang und ihn tiefer in mich zog.

Das Bett knarrte nicht, dafür war es zu teuer. Aber unsere Körper klatschten aneinander, unser Atem wurde lauter, und irgendwann war mir egal, ob jemand im Nebenzimmer etwas hörte. Ich krallte meine Nägel in seinen Rücken, und er stöhnte meinen Namen.

„Dreh dich um“, bat er heiser. „Wenn du magst.“

Ich mochte. Ich kniete mich auf alle viere, den Blick auf das große Fenster gerichtet, in dem sich unsere Silhouetten vor der Frankfurter Skyline spiegelten. Er packte meine Hüften und drang von hinten in mich ein, und der neue Winkel ließ mich laut aufstöhnen. Ich sah uns im Glas, sah, wie er sich in mich schob, sah mein eigenes Gesicht, verzerrt vor Lust. Es war das Schärfste, was ich je gesehen hatte.

Er griff um mich herum und fand meinen Kitzler, rieb ihn im Rhythmus seiner Stöße. Ich spürte, wie sich der zweite Orgasmus aufbaute, schneller und heftiger als der erste.

„Ich komme gleich“, keuchte ich.

„Ich auch“, presste er hervor. „Gott, Jana, ich auch.“

Wir kamen fast gleichzeitig. Ich zuerst, mit einem langen, zitternden Schrei, der in das Kissen ging, und er wenige Stöße später, tief in mir, mit einem Stöhnen, das mir eine Gänsehaut über den ganzen Körper jagte. Dann sackten wir zusammen, verschwitzt und atemlos, und lagen eine Weile einfach nur da, sein Arm um meine Taille, sein Atem in meinem Nacken.

„Das“, sagte er nach einer langen Pause, „war definitiv nicht im Messebudget eingeplant.“

Ich lachte so sehr, dass mir die Tränen kamen.

Wir schliefen ein, ineinander verschlungen, die Decke halb auf dem Boden. Irgendwann gegen vier wachte ich auf, weil seine Hand träge über meinen Bauch strich. Diesmal war es langsamer, verschlafener, zärtlicher. Ich saß auf ihm, im blassen Licht der Stadt, die Hände auf seiner Brust, und bewegte mich so langsam, dass jede Bewegung eine Ewigkeit dauerte. Er sah zu mir hoch, als wäre ich das Erste, was er in seinem Leben wirklich sehen wollte. Wir sprachen kaum. Wir mussten nicht.

Um sieben klingelte der Wecker. Ich lag mit dem Kopf auf seiner Schulter und hatte das Gefühl, höchstens zwanzig Minuten geschlafen zu haben.

„Messe“, murmelte er.

„Messe“, seufzte ich.

Wir duschten zusammen, was die Sache nicht schneller machte. Beim Frühstücksbuffet saßen wir uns gegenüber wie zwei ganz normale Kollegen, Kaffee, Rührei, Terminplan. Nur unter dem Tisch berührte sein Fuß meinen, und jedes Mal, wenn sich unsere Blicke trafen, mussten wir uns zusammenreißen, nicht zu grinsen.

Am Stand war es der beste Messetag, den ich je hatte. Wir schlossen zwei Rahmenverträge ab und waren so gut aufeinander eingespielt, dass mein Chef am Telefon fragte, was wir gefrühstückt hätten.

Am Abend, als wir müde und mit schmerzenden Füßen zurück ins Hotel kamen, winkte uns die Rezeptionistin vom Vortag an den Tresen. Sie strahlte, als hätte sie ein persönliches Problem gelöst.

„Gute Nachricht“, sagte sie. „Heute Nacht ist ein zweites Zimmer frei geworden. Soll ich es für Sie reservieren?“

Tobias sah mich an. Ich sah ihn an.

„Danke“, sagte ich und lächelte. „Aber wir kommen gut zurecht.“

Seitdem buche ich unsere Messehotels selbst. Und es ist schon merkwürdig, wie oft dabei nur noch ein einziges Doppelzimmer frei ist.

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